Murano Identifizieren Teil 3 Techniken

Die Techniken Teil 3

Murano
Murano

Ein kurzer Überblick über die Techniken die für Murano angewendet werden, ist sicher gut um eine Zuordnung zu ermöglichen. Doch zuvor ein Tip der sich immer als hilfreich erwiesen hat: Sieht das Glas welches als Murano verkauft werden soll aus, als ob es staubig sei, wischen Sie es kurz ab. Bleibt der Eindruck handelt es sich um fadenfeine Einschlüsse im Glas. Ein deutliches Zeuchen dafür, dass es sich nicht um echtes Murano, noch nicht einmal um Technica di Murano oder ähnlich handelt. Zumeist sind dies Merkmale von Produktionen aus China die in der Massenfertigung hergestellt wurden. Kostbares Glas weißt solche Spuren NICHT auf. Mehr oder weniger „Gang und Gebe“ sind solche Einschlüsse bei den vielen Figuren die aus Murano stammen sollen und zumeist im Auftrag, von den Besitzern der Souvenirshops, in China gefertigt wurden. ( Siehe dazu auch Teil 1 )

Geblasenes Glas

Die Erfindung des geblasenen Glases stammt aus dem I. Jahrhundert n.Chr. entlang des mediterranen Küsten- streifens und blieb eine wichtige Aktivität in der gesamten Glasergeschichte. Vor allem in Venedig ist die Glasbläserei eine privilegierte Technik der Glasermeister auf erhobenem Niveau. Die Glasermeister aus Murano haben ab dem Mittelalter eine außergewöhnliche Fähigkeit in der Warmbearbeitung entwickelt, erfanden neue Techniken und stellen elegante und raffinierte Formen her. Unter all diesen Techniken ist die wichtigste die Filigrane-Technik: mit netzartiger Brandeinschmelzungen oder gedrehten Glasfäden, deren Ursprung aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammt und einen geklöppelten Effekt im Inneren der Glasseiten kreiert.

Ätzen

Diese Technik wird vor allem bei farblosem Kristall oder leicht gefärbtem Kristall mit zwei Modalitäten verwendet: Graffito mit einer Diamantspitze und Rundätzen (diese hier zuletzt genannte Technik wird mit einer kleinen Metallkugel tief liegend geätzt).

Lampen

Angefangen vom Mittelalter bis hin zum siebzehnten Jahrhundert war die Kollektion „Cesendello“ das erste raffinierte Beleuchtungssystem in Wohnungen und Kirchen: Es handelte sich um einen länglichen Behälter, d.h. einen hängenden Behälter, der mit Wasser und auf der Oberfläche mit Öl gefüllt wurde sowie mit einem Öldocht versehen war. Eine wichtige Neuheit stammt aus dem XVIII. Jahrhundert d.h. die Erfindung der „Ciocca“, eine Kristalllampe, die mit Kerzenhaltern und geblasenen Glaselementen sowie mehrfarbigen Glasblumen und anderen hängenden Elementen, dekoriert war: Diese Lampe belegt heute noch einen wichtigen Platz in der Produktion von Murano-Glaslampen.

Glasperlen

Die einfachsten Perlen: Runde Kugeln oder mit scharfen Kanten, die durch gelochte Rohre, die in die Brennöfen mit einer Länge von duzenden von Metern gezogen werden, erzeugt werden. Die Handarbeit wird besonders in der sogenannten Lichterbearbeitung hervorgehoben: Eine ungelochte Glasröhre wird durch die Hitze des Feuers erwärmt, anschließend wird dieses Rohr um einen Metallstab gebunden, damit den Perlen die gewünschte Form gegeben werden kann und am Ende mit mehrfarbigem Glas dekoriert.

Murrina

Murano Murrina signiert
Murano Murrina signiert

Eine antike Technik, die vor der Glasbläserei entwickelt wurde, wurde im XIX. Jahrhundert fast nach zweitausend Jahren der Unverwendbarkeit, erneut wiederentdeckt. Diese Technik besteht aus einem Schmelzvorgang von einfarbigen Karten oder Abschnitten oder mehrfarbigen Glasrohren, je nach gewünschtem Muster, um ein wunderschön farbiges Glasdesign, zu erhalten.

 

Skulptur

Murano Dino Martens
Murano Dino Martens

Die technischen Schwierigkeiten, die sich auf die Modellierung der schweren und glühenden Glasmassen beziehen wurden ab der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts in Angriff genommen. Heute belegt die bildhauerische Kunst, zu denen die bekanntesten und berühmtesten Glasermeister aus Murano zählen, eine wichtige Position in der Herstellerbranche des Murano-Glases.

Die Lampentechnik

Diese Technik wird durch die Verwendung von halbfertigen Glasrohren durchgeführt, die mittels eines Lötbrenners weichgemacht werden. Diese Technik ermöglicht die Verwirklichung von Gegenständigen jeglicher Formen.

Kristallwaren

Bis zum Mittelalter war das Tafelgeschirr ein typisches Produkt der Glasfabriken von Murano. Heute arbeiten die bekanntesten Designer mit den Glasfabriken zusammen, um die zeitgenössischen Modelle zu verwirklichen.

Spiegeln

In den vergangenen Jahrhunderten wurden die per Handarbeit in Murano erzeugten Glasplatten (erhalten durch das Öffnen eines geblasenen Zylinders) in den venezianischen Spiegelwerkstätten verarbeitet. Die Tradition wurde beibehalten und die kunsthandwerklichen Experten der Spiegelverarbeitung brachten die raffiniertesten dekorativen Techniken an, um die Qualität der antiken Erzeugnisse gleichzustellen.

Glasurdekoration

Es handelt sich um eine ornamentale Malerei, welche mit und auf dem Material durchgeführt wird und die gleichen Bestandteile der Glaswand, auf der diese Dekoration angebracht wird, formt. Diese Technik hat eine islamische und byzantinische Herkunft, weil die Glasurkunst in Murano sich im XIII. Jahrhundert entwickelte.

Wird fortgesetzt / To be continued

Teil vier finden Sie hier……

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